Autorin/ Autor: | Letzte Aktualisierung: 26. Mai 2013

Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann spielt eine gewisse Sonderrolle innerhalb der Soziologie: Kaum jemandem ist es gelungen ein so umfangreiches Gesellschaftsmodel zu konstruieren. Der Zugang zur Systemtheorie wird häufig als mühsam empfunden – vor allem für Nicht-Soziologen: Sie basiert auf einem sehr detailreichen autarken Begriffsaparat, das Theoriekonzept ist durch einen hohen Komplexitäts- und Abstraktionsgrad gekennzeichnet und das Werkvolumen ist immens. Um die Systemtheorie methodisch zur Anwendung zu bringen, ist es vor allem der Begriffsaparat, den es sich zu erschließen gilt. Es ist der Begriffsaparat, der es einem letztlich ermöglicht systemtheoretisch zu denken. Der nachfolgende Artikel trägt einige Fundstellen zusammen über die man sich der Systemtheorie nach Luhmann nähern kann. Soziologisches Vorwissen ist dafür nicht zwingend erforderlich aber in mehrerlei Hinsicht hilfreich: Es fördert ein verteifendes Verständnis der Luhmannschen Theorie und ermöglicht gleichzeitig die Systemtheorie innerhalb der Soziologie einzuordnen.

Worauf man sich im Feld der Systemtheorie einzustellen hat, ist im Beitrag „Social Media. Wesentliche Merkmale sozialer Online-Netzwerke aus systemtheoretischer Perspektive“ skizziert. Letztlich dreht sich alles in der Systemtheorie wie auch in der Soziologie um die Frage wie soziale Ordnung möglich ist. Oder salopp formuliert: Warum klappt das menschliche miteinander weitestgehend ziemlich gut?

Einführung in die Systemtheorie nach Luhmann

Neben den nachfolgenden Büchern empfehlen sich einige Audio- und Videoaufzeichnungen, die für den Einstieg in die Systemtheorie sehr hilfreich sind. Aus praktischen und zeitlichen Gründen ist eher davon abzuraten direkt mit der Lektüre Luhmanns zu beginnen. Dies hängt mit dem zirkulären Aufbau seines Theoriekonzepts zusammen, der sich im Verlauf des Studiums der Systemtheorie zeigen wird.

http://www.boehlau-verlag.com/978-3-8252-2360-1.html
http://www.springer.com/springer+vs/soziologie/book/978-3-531-32352-7
http://www.suhrkamp.de/buecher/glu_glossar_zu_niklas_luhmanns_theorie_sozialer_systeme-claudio_baraldi_28826.html

„Luhmann leicht gemacht. Eine Einführung in die Systemtheorie“ von Margot Berghaus

Für den Einstieg empfiehlt sich das Buch „Luhmann leicht gemacht. Eine Einführung in die Systemtheorie“ von Margot Berghaus. Berghaus skizziert auf erfrischende und leicht verständliche Weise die Grundzüge der Systemtheorie. Anhand anschaulicher Besipiele gelingt es Berghaus eine Idee über systemtheoretisches Denken zu vermitteln.

„Niklas Luhmann — beobachtet. Eine Einführung in die Systemtheorie“ von Peter Fuchs

Peter Fuchs ist Schüler von Luhmann und gilt als ausgemachter Experte. Fuchs wählt für den Einstieg in die Systemtheorie einen etwas anderen Weg: „Niklas Luhmann — beobachtet. Eine Einführung in die Systemtheorie“ ist – neben anderen Werken des Autors – im Stile eines Bühnenspiels verfasst. Dies mag etwas eigentümlich erscheinen, hilft aber dabei die Abstrakheit der Systemtheorie greifbar zu veranschaulichen.

„GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme“ von Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi und Elena Esposito

Parallel zur Einführungslektüre, ist es sinnvoll das Glossar „GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme“ von Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi und Elena Esposito zur Hand zu haben. Es dient dazu systhemteoretische Begriffe nachzuschlagen und zu vertiefen.

„Systemtheoretisches Denken. Fragen an Prof. Dr. Fuchs“ von Uwe Hoppe und Peter Fuchs

Über die genannten Buchtitel hinaus ermöglicht einem die DVD „Systemtheoretisches Denken. Fragen an Prof. Dr. Fuchs“ von Uwe Hoppe und Peter Fuchs einen verhältnismäßig zügigen Einstieg. Gleichzeitig kann die DVD sehr dabei helfen, das gelesen Wort als Vortragsform vom Experten zu vertiefen.

„Systemtheoretisches Denken. Fragen an Prof. Dr. Fuchs“ Trailer
Quelle: http://youtu.be/jX54zuD5vFU

Einführung in die Soziologie

Als kurze und knappe Überleitung ins Fach der Soziologie, dienen ebenfalls die Worte eines Luhmann-Schülers: Dirk Bäcker genießt als Soziologe und Weiterdenker der Systemtheorie hohes Ansehen und schildert im nachfolgenden Interview kurz und präzise die grundlegenden Denkrichtungen der Soziologen Gabriel de Tarde, Émile Durkheim, Max Weber, Georg Simmel und Niklas Luhmann.

„Dirk Baecker: Was heißt große
Soziologie? (dctp: Prime Time)“ Quelle: http://youtu.be/OPnf9GoJJyk

„Grundzüge der Soziologie Winter 2009-2010“ von Prof. em. Dr. Wolfgang Eßbach (Podcasts)

Anschaulich und gut verständlich ermöglicht Prof. Dr. Wolfgang Eßbach (emeritiert) des Instituts für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eine tiefblickenden Einstieg in die Soziologie. Die komplette Einführungsvorlesung ist in einer Podcast-Sammlung festgehalten, in der man den wichtigsten Soziologen und soziologischen Denkrichtungen der westeuropäischen Geschichte begegnet. „Grundzüge der Soziologie Winter 2009-2010“: uni-freiburg.de | iTunes